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Brustwachstum bei Männern (Gynäkomastie)
Bei heranwachsenden Männern ist Fülle, Wachstum und Empfindlichkeit im Brustbereich ein natürliches Bild. Dies wird bei Jungen meist im Alter von 13 bis 15 Jahren beobachtet, und kann manchmal nur auf der einen Brustseite der Fall sein, klingt bei 95% der Fälle von selbst wieder ab. Wenn diese vorläufige Situation aus diversen Gründen zu einer bleibenden wird, spricht man von „Gynäkomastie“. Gynäkomastie kann sich zu einem sozialen Problem verwandeln, das die Aktivitäten und die Bekleidungsart der betroffenen Jugendlichen beeinflussen kann. Personen, die unter Gynäkomastie leiden, können Probleme damit haben, T-Shirts anzuziehen, zu schwimmen oder sich in Gegenwart anderer auszuziehen.

Die Gynäkomastie kann verschiedene Ursachen haben. Sie kann manchmal hormonell und von Tumoren bedingt sein oder durch eingenommene Medikamente auftreten. Wenn bei einer Person in den mittleren Jahren plötzliches Brustwachstum eintritt, sollten die Hormonspiegel und die Tumorenmarker betrachtet und nach einem eventuellen Tumor, der im Körper Hormone ausstößt, gesucht werden. Des Weiteren können Hepatitis, Sirrhose, Lungenkrebs, Lungen- und Hodenkrankheiten, der Konsum von Heroin und anderen Rausmitteln, die Einnahme von anabolischen

Medikamenten zur Gewichtzunahme und Muskelbildung zu Gynäkomastie führen. Es kommt auch vor, dass die Ursache der Gynäkomastie nicht ausfindig gemacht werden kann. Bei jungen Männern besteht die Brust vornehmlich aus Binde- und Brustgewebe, bei erwachsenen Männern dagegen aus Fettgewebe. Während klassische Gynäkomastie in der Pubertät beginnt und fortdauert, können die anderen Ursachen die Gynäkomastie in späteren Jahren hervorrufen, wobei dann das einseitige Auftreten viel häufiger ist.

Die Gynäkomastie kann je nach Größe und der auf der Haut entstehenden Fülle in drei Gruppen betrachtet werden.
Es entsteht Wachstum und Schlaffheit auf der Brust, die Brust hängt herab.
Die Brust ist so groß wie die einer Frau, aber die Haut hängt noch nicht ab.
Beschränkte Größe und Schlaffheit auf der Haut, kein Herunterhängen.
Nach der Ermittlung der Ursache für die Gynäkomastie wird zur Therapieplanung übergegangen.
Bei der Gynäkomastie wird chirurgische Therapie angewendet. Leider gibt es außer dem chirurgischen Eingriff keine hormonelle Therapie zur Behebung des Brustwachstums.

Wenn es sich um Gynäkomastie der ersten Phase handelt und das Wachstum mehrheitlich aus Fettgewebe besteht, ist eine Therapie durch Fettabsaugung möglich. Wenn das Brustwachstum aus dem als Brustdrüse bezeichneten Brustgewebe besteht, wird mit einem kleinen Einschnitt an der Brustwarze dieses Gewebe entfernt. Bei der Gynäkomastie der zweiten Phase wird die gleiche Therapie angewandt.

Bei der Gynäkomastie der dritten Phase ist zusätzlich auch das Entfernen der herabhängenden Haut erforderlich. In diesem Fall kann, je der Größe der zu entfernenden Hautfläche, eine Narbe zurückbleiben. Die zurückbleibende Narbe hängt auch von der Hautbeschaffenheit der betroffenen Person ab.

Vorbereitung auf die Operation: Wie bei allen chirurgischen Eingriffen sollte zehn Tage vor dem Eingriff kein Aspirin eingenommen werden. Regelmäßig eingenommene Medikamente und wichtige Krankheiten sollten dem Arzt mitgeteilt werden. Außerdem sollte man 8 Stunden vor der Operation keine flüssige oder feste Nahrung zu sich nehmen.

Heilungsphase nach der Operation: Gynäkomastie wird im Krankenhaus und unter Vollnarkose durchgeführt. Aus einigen kleinen Ausschnitten, die 3 bis 4 mm lang sind, wird das Fettgewebe mit Hilfe von Kanülen entfernt. Wenn es Fettgewebe zu entfernen gilt, wird aus einem halbmondförmigen Einschnitt an der Unterlinie der Brustwarze das Fettgewebe herausgeholt. Die Einschnittstelle hinterlässt während der Heilung eine sehr bleiche Narbe an der Brustwarzenlinie. Wenn Brustgewebe entnommen wurde, können Kanülen angebracht werden, um das

Durchsickern von Flüssigkeiten an der operierten Stelle zu verhindern.
Die Operation dauert zwischen einer halben Stunde bis zwei Stunden. Um den Operationsbereich unter Druck zu setzen wird dem Patienten ein spezielles Korsett angezogen. Je nach der Menge der aus den Kanülen aussickernden Flüssigkeit werden diese nach ein bis zwei Tagen wieder entfernt. Die Entnahme der Nähte von der operierten Stelle ist nicht erforderlich.

Der Patient wird am Tag der Operation oder am nächsten Tag vom Krankenhaus entlassen. Nach ein bis zwei Tagen kann er sein alltägliches Leben fortsetzen. Das Korsett muss noch eine Woche lang getragen werden. Wenn sie tagsüber schwere körperliche Aktivitäten durchführen, sollte das Korsett noch drei weitere Wochen getragen werden.

In den ersten Tagen können an der Operationsstelle Ödeme, Empfindlichkeit, blaue Flecken oder Schmerzen bei Armbewegungen entstehen. Dies sind erwartete Erscheinungen und heilen nach dem dritten Tag wieder schnell ab. Bei Schmerzen werden leichte Schmerztabletten Abhilfe schaffen. Das Empfindlichkeitsgefühl kann manchmal etwas länger dauern. Manchmal können auch Dumpfheit, Stechen und Brennen empfunden werden, dies wird aber keine Ausmaße erreichen, die ihr alltägliches Leben beeinträchtigen könnten.

In der zweiten Woche können sie im Meer oder im Schwimmbecken schwimmen, müssen aber sechs Wochen lang schützende Sonnencreme verwenden. Außerdem sollte man sich in dieser Zeit vom Dampfbad, Solarium und von der Sauna fernhalten und das Ausüben von Sportarten mit schwerer Belastung begrenzen.
Risiken einer gynäkomastischen Operation: Wie bei allen chirurgischen Eingriffen sind auch hier gewisse Risiken der Fall.

Eventuelle Komplikationen in der frühen Phase: Blutung, die dann durch Kanüle auf das Minimum verringert werden kann; bei Patienten mit Blutungsneigung bzw. bei Patienten, die Aspirin einnehmen, liegt dieses Risiko höher.

Infektionen: Stellen eine Komplikation dar, die selten auftritt.
Eventuelle Komplikationen in der späteren Phase: Verformungen treten selten auf, schlecht aussehende Narben, lang anhaltendes Dumpfheitsgefühl, Kribbeln und farbliche Veränderungen können auftreten, verheilen aber im Allgemeinen mit der Zeit.

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