
Das menschliche Haar besteht aus einem Protein, das Keratin genannt wird. Keratin
ist in Strukturen wie Fingernägel, Härchen und Haaren enthalten, die allesamt als
Haut und Hautzusätze gelten. Das Haar des Menschen hat ein schwieriges Leben zu
führen und zählt bei der Geburt 1100 Follikeln pro cm.
Und im Alter von 25 Jahren sinkt diese Zahl auf 600. Der Grund dafür ist nicht so
sehr Haarausfall, sondern die Vergröβerung der Körperfläche, weshalb auch eine konstante
Anzahl von Follikeln die Proportion nicht aufrechterhalten kann. Unsere Haare erneuern
sich ständig ab dem Zeitpunkt unserer Geburt, bis zu unserem Tod.
Haarausfall kann je nach der Jahreszeit variieren. Verstärkter Haarausfall kann
besonders im Frühling, aber noch mehr im Herbst vorkommen. Mit der Verkürzung der
Dauer des Tages nimmt der Ausfall zu, was wiederum der Verminderung des Melatonins
zugeschrieben wird.
Im Rahmen des natürlichen Zyklus der Haare werden manche unserer Haare länger, während
andere ausfallen. Die Wurzeln der ausgefallenen Haare bleiben eine Weile in der
Ruhephase (Telogenphase), um danach wieder zu wachsen (Anagenphase). Die Haare in
der Anagenphase machen ungefähr 85% aller Haare aus.
Dies ist die Wachstumsphase der Haare und dauert ca. 3–4 Jahre an. In der Katagenphase
dagegen hört das Wachstum auf und das Haar wird jetzt dünner. Aber noch gibt’s keinen
Ausfall. Diese Zeitspanne umfasst 2–3 Wochen. Das Verhältnis der Haare, deren Wachstum
aufgehört hat und die dünner werden, zum Gesamtzahl der Haare, beträgt ungefähr
3–4 %.
In der Telogenphase werden die Haare so richtig dünn und fallen dann aus. Diese
Haare machen ca. 15 % aller Haare aus. Nachdem diese Phase 2-3 Wochen angedauert
hat, sprieβen neue Haare aus den Wurzeln. Wie man auch aus diesem natürlichen Kreislauf
sehen kann, fallen Ihre Haare unbedingt alle 3–4 Jahre aus und wachsen dann von
neuem. Das ist auch der Grund, warum täglich 60 – 80 Haare ausfallen. Dieser natürliche
Kreislauf wird auch bei verpflanzten Haaren Geltung haben.
Gründe für einen Haarausfall bei Frauen
Narbenartiger Haarausfall: Entsteht durch eine nachhaltige Zerstörung der Haarfollikel
und durch die Vermehrung des faserigen Bindegewebes zwischen den Zellen. Meistens
entwickelt er sich in einer kreisrunden Fläche, manchmal aber auch flächendeckend.
Nach Gesichtsstraffungen, Kopfhautoperationen, Brandverletzungen usw. ist diese
Art des Haarausfalls anzutreffen. Haarverpflanzungen ins Narbengewebe liefern erfolgreiche
Ergebnisse.
Durch Dehnungen hervorgerufener oder traumatischer Haarausfall: Entsteht, wenn die
Haare eine längere Zeit über gezogen bzw. gedehnt werden. Es handelt sich um einen
bleibenden Haarausfall. Wenn die Haare bei der Erstellung von Frisuren zu stark
gezogen werden, kann das wie z.B. beim Flechten von Haarzöpfen - besonders - bei
der Haarlinie an der Stirn und an den Seiten zu Haarausfall führen. Bei Männern
tritt dieser Typus des Haarausfalls nach einer langhaltigen Anwendung von Toupets
auf (wegen Clips und Haftmitteln). Sonstige
Ursachen:
Infektionen
Chronische Hautkrankheiten, Schuppenflechte usw.
Stress · Funktionsstörungen der Schilddrüse
Eisen- / Zinkmangel
Diabetes Mellitus (Zuckerkrankheit)
Chemotherapie (Krebsbehandlung mit Medikamenten)
Zuviel Vitamin A
Hohes Fieber
Pilzbefall
Fleckenförmiger Haarausfall:
Bei einem gesunden Menschen befinden sich 85 % der Haare in der Anagenphase, während
15 % sich ausruhen. Während also ein Teil unseres Haares ausfällt, wächst ein anderes
Teil nach. Infolge dieses Kreislaufes wird ein Ausfall von durchschnittlich 100
Haaren am Tag als normal erachtet. Manchmal aber geschieht es, dass Ihre Haare wegen
äuβeren Einflüssen zügig in die Ruhephase übergehen. Wir alle werden im Laufe unseres
Lebens mit Umständen konfrontiert, die meistens solch einen Haarausfall zur Folge
haben. Manchmal führen sogar grippale Infektionen und Traurigkeit zu Haarausfall.
Die Umstände, die einen fleckenförmigen Haarausfall initiieren können, sind z.B.:
Geburten
Chronische Krankheiten
Schwangerschaften
Chemotherapien
Schwere Infektionen
Schwerer psychologischer Stress
Groβe Operationen
Hypothyreose oder Hyperthyreose
Schwere Diäten ohne Protein
Eisenmangelanämie
Manche Medikamente
Lange Reisen mit Jetlag
Schwermetalle (Selen, Arsen, Thallium)
Diese Umstände können den Zyklus der Haare stören. Während die Haare in der Anagenphase,
also am Anfang der Wachstumsphase sind, stoppt das Wachstum und die Telogenphase,
also die Rückgangsphase setzt ein. Binnen einiger Monate fallen dann die Haare aus.
Während der Schwangerschaft bleiben die Haare wegen der Hormone länger in der Anagenphase.
Den Haaren geht es jetzt am besten. Nach der Geburt gehen sie aber rasch in die
Ruhephase über, weshalb Sie mit einem raschen Haarausfall konfrontiert werden. Dasselbe
ist beim Abbruch der Einnahme von Antibabypillen zu sehen. Fleckenförmiger Haarausfall
verschwindet meistens mit dem Aussetzen der äuβeren Einwirkung von selbst.
Wenn solch eine äuβere Einwirkung eine lange Zeit angedauert hat, können auch unheilbare
bleibende Haarausfälle vorkommen. Das Feststellen der Ursache (z.B. Hypothyreose,
Hyperthyreose, Eisenmangel, spontane Diäten ohne Protein) und eine entsprechende
Therapie können zur Heilung ausreichen. Daneben können auch zusätzliche Einnahmen
von Vitamin B und Zink, sowie eine Mesotherapie erforderlich werden, um ein schnelleres
Wachstum der Haare zu erwirken.
Arten des Haarausfalls bei Frauen
Bei jeder fünften Frau trifft man auf Haarausfall im bestimmten Ausmaβ, der meistens
wegen Alterung, diversen Krankheiten oder hormonalen Problemen auftritt. Bei Frauen
sieht man generell bei allen Haaren eine gewisse Verdünnung und Verlust.
Zwischen dem Altern und Haarausfall konnte keine direkte Verbindung festgestellt
werden. Bei solchen Personen, die eine genetische Anfälligkeit aufweisen, bei deren
Familienangehörigen also signifikante Fälle von Haarausfall vorgekommen sind, kann
der Haarausfall sogar ab dem 20. Lebensjahr beginnen.
Hormonale Ursachen:
Androgenetischer Haarausfall: Bei Frauen stellt dieser Typus 80 % aller Fälle dar
(Überschuss am Männlichkeitshormon). Der Haarausfall bei Frauen kann nicht so leicht
diagnostiziert werden, wie es bei Männern der Fall ist. Der androgenetische Haarausfall
bei Frauen (genetischer Haarverlust) kann in 3 verschiedenen Typen auftreten. Diese
sind:
Verdünnung der Haare, zentral am Oberkopf
Verdünnung der Haare und Haarverlust auf einer gröβeren Fläche zentral am Oberkopf
Verdünnung der Haare und Haarverlust auf groβen Flächen zentral am Oberkopf, sowie
Expansion dieser Flächen nach vorne oder hinten und
Haarlinienverluste
Geburten
Wechseljahre
Funktionsstörungen der Schilddrüse
Stress: Stress kann unter manchen Umständen einen groβflächigen Haarverlust zur
Folge haben. Solch ein Haarverlust wird auch als telogenes Effluvium bezeichnet
und hat andere Eigenschaften als der androgenetischer Haarausfall. Für den Fall,
dass der Stress behoben wird, wachsen die in diesem Zusammenhang ausgefallenen Haare
nach ca. einem Jahr wieder nach.
Auch manche Krankheiten führen bei Frauen zu Haarausfall
Anämie: Anämie ist eine dieser Krankheiten. Bei 18 % der Frauen sind Eisenmangelanämien
anzutreffen, die behandelt werden müssen. Bei Eisenmangel verringert sich zuerst
die Menge an gelagertem Eisen und auch das Eisen in den Geweben, bevor dann die
Anämie ans Tageslicht tritt. Manche Forscher behaupten, dass der Haarausfall die
früheste Erscheinung einer Anämie ist und im Vorfeld der offensichtlichen Anämie
auftritt.
Einige andere Ursachen des Haarausfalls neben dem androgenetischen Haarausfall und
der Anämie sind: Trichotillomanie, Alopecia Areata, Unfälle, Operationen, Verletzungen
durch Chemikalien u. ä.
Chemikalien: Unsachgemäβ verwendete Kosmetika, Medikamente: (Antibabypillen, Beta-Blocker,
Kortison, Heparin Coumadin, einige Antidepressionsmittel)
Der Ausfall von Augenbrauen, Wimpern oder Barthaaren. Der bleibende Augenbrauenverlust
beruht meistens auf ihrer kosmetischen Formung, zwecks deren sie des Öfteren ausgezupft
werden.
Was ist eine Haarverpflanzung / -implantation?
Die Wurzeln der dichten und gesunden Haare, die hinten zwischen den Ohren, am oberen
Teil des Nackens liegen und genetisch die Eigenschaft haben, nicht auszufallen,
werden unter lokaler Anästhesie durch einen Facharzt entnommen und mittels eines
Expertenteams in Form von Einer-, Zweier- oder Dreiergruppen (Grafts) angeordnet,
um wiederum unter lokaler Anästhesie einzeln auf die Fläche des Haarausfalls verpflanzt
zu werden, wobei ein - dem natürlichen Aussehen am nächsten liegendes - ästhetisches
Ergebnis erzielt werden soll.
FUE (Follicular Unit Extraction)
Die behaarte Haut wird zusammen mit den einzelnen Haarwurzeln, mittels spezieller
Utensilien der Mikrochirurgie, durch ein Team aus Fachärzten entnommen, wobei keinerlei
Schnittspuren oder Nähte zurückbleiben. Die Haareinheiten (Grafts) werden aus der
hinteren bzw. aus den seitlichen Partie/n der Kopfhaut gewonnen und an der Implantationsstelle
angebracht. Sowohl an der Entnahmestelle, als auch an der Implantationsstelle wird
lokale Anästhesie vorgenommen.
Diese Technik erlaubt auch die Verpflanzung von Brust-, Rücken- und Bauchhaaren,
die dann mit der Zeit die Haareigenschaften derjenigen Region übernehmen, in die
sie verpflanzt werden. Sie haben dann dieselbe Struktur und dasselbe Aussehen. Bei
der FUE-Technik können bei einer Sitzung rund 800 - 1500 Grafts, also 1800 - 3500
Haare verpflanzt werden. Intensivere Haarverpflanzungen machen längere Sitzungen
nötig. Die behandelte Person muss u. a. 2-3 Tage in Kauf nehmen.
Die FUE –Technik sollte in den folgenden Situationen vorgezogen werden:
Wenn keine ausreichende Fläche zur Entnahme vorhanden ist.
Wenn die Haare in der Folgezeit sehr kurz geschnitten werden sollen.
Bei kleineren Verpflanzungsausmaβen (kleinere Flecken, deren Haarwachstum erwünscht
wird, lokale Stellen wie Narbengewebe...).
Bei Kopfhauttypen, deren Elastizität sehr gering ist, also wo keine FUT-Technik
angewendet werden kann.
Die Haarwurzel in der Nackenregion werden je nach der Haardichte, der Elastizität
der Fläche und den Ausmaβen der zu behandelnden Partie, mittels einer Formel berechnet.
Aus der Region zwischen den Ohren wird ein behaarter Hautstreifen mit optimalen
Ausmaβen entnommen. Der Eingriff erfolgt unter lokaler Anästhesie. Die Entnahmestelle
wird mit einer ästhetischen Naht versehen, damit keine Schnittspuren zu sehen sind.
Die verwendeten Spezialfäden werden vom Körper absorbiert und müssen deshalb nicht
entfernt werden.
Den in dieser Art und Weise entnommenen Haarstreifen werden durch ein Team von Fachärzten
die haarlosen Gewebe entfernt und in Einer-, Zweier- oder Dreiergruppen (Grafts),
und manchmal in Vierer- und Fünfergruppen angeordnet und zur Verpflanzung vorbereitet.
Während dieser Zeit werden die Grafts so aufbewahrt, dass sie nur minimalen Beschädigungen
ausgesetzt sind.
Die vorbereiteten Grafts werden in die Kanäle, die linienförmig zu sehen sind und
mit der modernsten Technik, die als „Lateral Slit“ bezeichnet wird geöffnet werden,
von einem Team aus Fachärzten mit Hilfe von Mikropinzetten positioniert, ohne Beschädigungen
hervorzurufen.
Die offenen, dünnen Kanäle sind ideal, um eine nur minimale Beschädigung des Gewebes
zu gewährleisten, Somit werden auch die umliegenden Haare nicht beschädigt. Auch
in Bezug auf Stellen, wo dichterstehende Haare sein sollen, bieten sich somit Vorteile.
Dieses Verfahren erlaubt einen kürzeren Intervall von Haarverpflanzungssitzungen,
ein schnelles Wachstum und ein kosmetisches Ergebnis, das dem natürlichen Aussehen
am nächsten steht.
Das Ergebnis einer unsachgemäβen Anwendung dieses Verfahrens ist ein Aussehen, wie
es bei den Haaren von Spielzeugpuppen oder bei Grasköpfen der Fall ist.